Bauernvogelschießen 2007

18. - 20 . Mai


Auszug aus der Westfälischen Rundschau vom 21.05.2007

Willi Dahlhaus ist der neue König der Bauernschützen

 König und Fähnrich am Schießstand 2007

König Willi Dahlhaus und Fähnrich Winfried Seifarth

 (sie) Man konnte eine Stecknadel fallen hören. Nur ein paar geraunte Fragen: "Hat von uns schon mal einer daneben geschossen?" und: "Hätte dein Vater daneben geschossen?" Hätte er nicht! Und jetzt schoss er. Traf die Zehn. Und jubelte. Willi Dahlhaus ist der neue König der Breckerfelder Bauernschützen.

Damit hatte der Fähnrich von 1996 und von 1998 nach 30 Jahren die Königswürde in die Familie zurück geholt, erinnerte Hauptmann Heinz-Werner Allefeld an die Regentschaft von Willi Dahlhaus sen. und seiner Frau Christel Mitte der 70er Jahre. Auch der Junior nahm seine Frau Heike zur Königin. Als neuen Fähnrich bat er einen Bauernschützen auf die Bühne, der lange für den Traditionsverein als Schießwart im Vorstand aktiv war: Wilfried Seifarth ist in diesem Jahr der Vize-Chef auf dem Thron, mit ihm feierte seine Frau Ingrid.

Für die Vorjahresregenten Sascha Molitor und Dania Vormann und Fähnrich Wolfgang Falkenroth ist damit "ein tolles Jahr" zu ende gegangen, wie sie einstimmig betonten, "wir könnten gut noch ein Jahr dranhängen." Sicher auch, weil die Liebesengel mitspielten: "Vorher waren wir ja nur befreundet", erzählt Dania von ihrer Beziehung zu "ihrem" König, "nach ein paar Wochen waren wir dann ein Paar", lacht sie glücklich. Allerdings habe Sascha seinem Gefolge auch einiges abverlangt: "Das Wort ,Königswunsch´ erklären wir zum Unwort des Jahres", sei das nämlich häufig mit der Aufforderung verbunden gewesen, irgendwelche "komischen" Schnäpse zu trinken. Dem neuen König Willi aber gönne sie den Erfolg auch von Herzen, "das ist mein Vetter, es bleibt also in der Familie."

140 Bauernschützen hatten an dem Königsschießen beteiligt, nachdem sie mit ihren blauen Kitteln, den roten Halstüchern und den mit bunten Bändern geschmückten Hülsenstöcken beim Umzug von Breckerfeld über Brenscheid und Eicken nach Delle ein schönes Bild geboten hatten. Und weil der Weg relativ kurz war, legten sie auch ein paar Pausen ein, bei denen sie von der Landjugend bewirtet wurden. Relativ kurz war dann auch der Wettbewerb: Schon nach dem ersten Stechen standen die neuen Regenten fest. Dahlhaus und Seifarth gehören beide der Bauernschaft Berghausen an. Nach der Krönung feierten die Bauernschützen mit den befreundeten Vereinen ausgiebig ihren Ball im Festzelt am Marktplatz, gestern ging es mit dem Frühschoppen weiter.


Auszug aus der Westfalenpost vom 21.05.2007

Bauernvogelschießen ist gelebte Tradition


(OE) Willy Dahlhaus ließ sich am Wochenende beim Bauernvogelschießen des Breckerfelder Bauernschützen die Krone aufsetzen.

Das Fest des traditionsreichesten Schützenvereins verlief am Wochenende wieder nach den überlieferten Statuten. Um 8 Uhr hieß es "Antreten am Vereinslokal Stadtschänke" auf der Frankfurter Straße. Adjutant Ralf Dahlhaus, beritten wie Hauptmann Heinz-Werner Allefeld, konnte seinem Hauptmann melden: "140 Bauernschützen angetreten."

Angeführt von zwei Vorreitern und der Schützenkapelle Kreuzberg zogen die Blaukittel mit ihren bunten Hülsenbüschen durch die Straßen zum Rathaus. Seit Jahrhunderten holt man dort den 1. Bürger der Stadt ab, der vom Vorstand seinen Hülsenbusch überreicht bekommt.

Klaus Baumann unterstrich, dass das Bauernvogelschießen mit seiner gelebten Tradition zur Pflege des Bürgersinns in der Hansestadt beiträgt und dankte den heimischen Landwirten, die heute im Schützenzug in ihrer Zahl im Vergleich zu früheren Jahren immer weniger werden, für ihre Hilfe bei der Pflege der parkähnlichen Landschaft in Breckerfeld. Dann machte sich der Schützenzug auf den Weg über Brauck und Brenscheid mit einer Rast in Finkenberg über Dörnen auf zum Eicken. Dort hatten Fähnrich Wolfgang Falkenroth und Nachbarn Ort und Scheune geschmückt. Kaffee und Kuchen stärkte die Bauernschützen. Weiter zog man über Brenscheid zur Rast bei Karl Dahlhaus, von dort nach Obernheede. In der Scheune der Familie Dahlhaus bewirteten König Sascha Molitor und Königin Dania Vormann ihre Gäste.

Am Deller Schießstand begann anschließend das Schießen auf die Scheibe: Nur wer eine 10 traf, blieb im Rennen. Nach dem Stechen stand fest: Neuer König ist Willy Dahlhaus aus Ehringhausen, Fähnrich wurde als zweiter Winfried Seifarth aus Altenbrekcerfeld. Im Festzelt dankte Hauptmann Heinz Werner Allefeld den alten Majestäten: "Ihr habt unseren Verein gut vertreten." Unter viel Beifall wurden die neuen Majestäten gekrönt. Willy Dahlhaus und seine Frau Heike regieren jetzt die Bauernschützen, Winfried Seifarth ist für ein Jahr für die Fahne verantwortlich.

Für Stimmung im Festzelt sorgten die "Stoapfälzer Spitzbuam", die auch am Sonntag nach dem Gottesdienst die Frühschoppengäste unterhielten