Bauernvogelschießen 2008

Die Würdenträger im Jahr 2008

 Königin Heidi Wallbrecher; König Jens Wallbrecher; Fähnrich Bernd Allefeld

Königin Heidi Wallbrecher; König Jens Wallbrecher; Fähnrich Bernd Allefeld

 

 

König Jens Wallbrecher mit Fähnrich Bernd Allefeld am Schießstand

König und Fähnrich am Schießstand 2008 

 

Lebendige Tradition

Jens Wallbrecher erobert Regententhron

Auszug aus der Westfalenpost vom 25.05.2008, Ernst-Otto Fischer

Bei bestem Wetter feierten die Bauernschützen der Landgemeinde Breckerfeld am vergangenen Wochenende ihr großes Fest: Das Bauernvogelschießen - seit nunmehr 304 Jahren dokumentiert.

Es erwies sich einmal mehr als lebendiges Volksfest, das nach althergebrachten Traditionen abläuft und die Menschen des Breckerfelder Umlandes zusammenbringt. Die Regentenwürde sicherte sich nach 1996 erneut Jens Wallbrecher.

Am Samstagmorgen traten 155 Blaukittel mit sehenswerten Gewehren auf der Schulter - dem mit Bändern und Blumen geschmückten Hülsenbusch - im historischen Stadtkern vor dem Vereinslokal Stadtschänke an. Hauptmann Heinz-Werner Allefeld und sein Adjutant Ralf Dahlhaus führten zu Pferde den Zug durch die Altstadt zum Rathaus. Dort wurde dem überlieferten Regelwerk entsprechend dem Bürgermeister sein Hülsenbusch überreicht, mit dem er sich in den Schützenzug einreihte. Klaus Baumann dankte den Bauernschützen für die Pflege der Tradition. Er sagte zu, auch nach dem Scheitern der im südlichen Bereich der Stadt geplanten Flurbereinigung die Entwicklung des ländlichen Umlandes voranzubringen: „Wir haben zur Beseitigung der Folgen des Sturms Kyrill Mittel zum Wegeausbau beantragt.” Vom Stadtkern aus zog der Schützenzug mit der Musikkapelle der Oberwälder Musikanten aus Körbecke an der Spitze erstmals durch das Neubaugebiet am „Heider Kopf”. Nach einem Aufenthalt am Schlagbaum bewirtete Fähnrich Winfried Seifarth seine Gäste in Bührens Scheune in Altenbreckerfeld. Von dort aus ging es nach Ehringhausen mit Rast bei der Landjugend, die auf dem Hof von Heiner Poth die Bauernschützen versorgte. Anschließend wurde König Willi Dahlhaus auf dem Hof seines Bruders Peter abgeholt.

„Unser Fest hat wieder einmal gezeigt, wie es die Nachbarschaft in den ländlichen Ortschaften stärkt.”Bauernschützen-VorsitzenderOtmar Schnepper  Um 15 Uhr begann das Schießen auf die 10-er Scheibe der 100-Meter-Bahn des Schießstandes der Kreisjägerschaft. Den Schießbetrieb leiteten die Schießwarte Heiner Poth und Kai Windhöfel. Die Schützen schossen nach Aufruf durch die Unteroffiziere ihrer Bauernschaften. Hauptmann und Adjutant registrierten alle die, die nach der Erringung einer 10 auf der Scheibe im Rennen bleiben wollten. Auf dem Vorplatz des Schießstandes stieg mit der Zeit die Spannung. Manchen, der eine 10 erzielt hatte, sah man telefonieren oder im direkten Gespräch mit der „bessern Hälfte”. Augenscheinlich erhielten nicht alle grünes Licht dafür, weiterhin beim Stechen mitzumachen. Am Ende blieben zwei Schützen im Endkampf: Jens Wallbrecher aus der Bauernschaft Berghausen hatte die besseren Nerven und wurde König der Bauernschützen 2008. Benno Allefeld (Bauernschaft Brenscheid) sicherte sich als zweitbester Schütze den Rang des neuen Fähnrichs. Im Festzelt wurden sie unter der Leitung von Hauptmann Heinz-Werner Allefeld inthronisiert. Jens Wallbrecher erwählte seine Ehefrau Heidi zur Königin. Beide hatten das Amt bereits 1996 inne, Benno Allefeld war mit seiner Gattin Gabriele bereits vor fünf Jahren Regent. Mit Ehrenmedaillen zeichnete der Hauptmann die Bauernschützen Hubert Molitor, Ernst Vormann und Horst Schoppmann aus. Vorsitzender Otmar Schnepper zog eine ausgesprochen zufriedene Bilanz: „Unser Fest hat wieder einmal gezeigt, wie es die Nachbarschaft in den ländlichen Ortschaften stärkt.” Für die entsprechende positive musikalische Stimmung sorgten beim Krönungsball sowie beim zünftigen Frühschoppen am Sonntag nach dem Zeltgottesdienst die „Stoapfälzer Spitzbuam”.


 

Einziger Vogel beim Bauernvogelschießen ist der auf der Königskette - „bei uns siegt nur der Beste”

Jens und Heidi Wallbrecher regieren die Bauernschützen

Auszug aus der Westfälischen Rundschau vom 25.05.2008, Annette Siebert

Für die Zuschauer blieb es ein Rätsel bis zum Schluss: Wer würde König der Bauernschützen, wer war überhaupt fürs Stechen qualifiziert? Dann stand es fest: Jens Wallbrecher wurde unter dem Jubel der Berghauser Bauernschaft vom Schießstand getragen.

Neuer Fähnrich ist Bernd Allefeld von der  Bauernschaft Brenscheid. „Es war ein harter Kampf”, formulierte Hauptmann Heinz-Werner Allefeld es später bei der Krönung. 155 Bauernschützen hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, heiße Anwärter auf die Krone gab es aber diesmal - anders als in früheren Jahren - kaum. So wurde mit Wallbrecher als bestem Schützen der König von 1996 auch der von 2008. Wie seine Frau Heidi das fand? „Es war eine Überraschung, beide Male war es nicht geplant. Aber man steht halt dahinter”, sagte sie - und lächelte ihr schönstes Königinnen-Lächeln. Auch für Bernd Allefeld ist der Thron kein unbekanntes Neuland: Er war vor fünf Jahren König gewesen, diesmal schwenkte er munter die Fahne. Mit der Krönung ging für die scheidenden Regenten ein schönes Jahr zu Ende - auch wenn Heike Dahlhaus' bei der Nachricht, sie sei nun Schützenkönigin, zuerst habe weglaufen wollen, wie sie zugibt. „Aber dann haben wir es doch gut hinbekommen und es hat auch viel Spaß gemacht”, erzählt sie. Dass eigentlich abgemacht war, Willi Dahlhaus werde erst dann König, wenn Tochter Louisa 16 sei und damit Ehrendame sein kann? Sei's drum, ging auch so, „und noch ein Jahr, dann bin ich 16”, merkt das Mädel an... Ähnlich wie Heike Dahlhaus sieht es Ingrid Seifarth, die als Frau von Fähnrich Winfried ein Jahr lang vorne mit dabei war: Zu erleben, wie die Nachbarschaft bei den diversen Anlässen stets helfend zur Seite steht, toll. Warum das Bauernvogelschießen eigentlich Bauernvogelschießen heißt? Schließlich ist dieser Traditionsverein der einzige in Breckerfeld, der bei Schützenfesten auf die Scheibe und nicht auf einen hölzernen Vogel schießt. „Der Name ist Tradition”, weiß Ehrenvorsitzender Klaus Halverscheid. Ein Vogel habe früher das lederne Herz als Königssymbol geziert, dieses Zeichen wurde dann auch auf die neuere Königskette übertragen. Aber der Schießwettbewerb, der sei der reellste überhaupt: „Bei uns wird der König, der am besten schießen kann”, habe ein Pfänderschießen ja doch sehr viel mit Glück zu tun. Viel Spaß hatte die große Festgemeinde schließlich beim Krönungsball im großen Festzelt. Auf dem Thron gaben sich die Gratulanten sprichwörtlich die Klinke in die Hand, auf der Tanzfläche wurde zur Musik der Stoapfälzer Spitzbuam ausgelassen getanzt.